Miteinander sprechen zu können – das ist die Voraussetzung für Integration und Austausch

Jedoch ist der Zugang zur deutschen Sprache mühsam und zudem nicht für alle in Deutschland lebenden Menschen gegeben. Gleichzeitig wollen so viele helfen, möchten Menschen sich persönlich engagieren, um die Herausforderung Integration zu schaffen und eine friedliche Zukunft mitzugestalten. Mein Wunsch war und ist, diese beiden Seiten standortübergreifend, effizient und sehr einfach zusammen zu bringen – mit den zeitgemäßen Mitteln der digitalen Kommunikation.

Zusammen mit so vielen ehrenamtlichen „pro Bonum“-Helfern haben wir uns auf den Weg gemacht, „Deutschstunde“ überall dort möglich zu machen, wo Leute lernen oder lehren wollen. Die Bereitschaft, berufliche und private Fähigkeiten viele Stunden unentgeltlich in den Dienst dieser guten Sache zu stellen, hat mich überwältigt. Wow - ich bin euch allen sehr dankbar.

Da ich mich selbst als Geschäftsführerin eines kleinen, aber international tätigen Beratungsbüros nicht hauptberuflich um die Deutschstunde kümmern kann, haben wir Antorlina Mandal gewonnen, das Projekt zu leiten. Neben ihrer Promotion im Bereich der anglistischen Linguistik, ist Antorlina im Gegensatz zu mir auch Fachfrau für „Deutsch als Fremd-/Zweitsprache“ – sie gibt selbst Integrationskurse und kennt auch die ehrenamtliche Seite des Deutschunterrichts. Sie steht für alle Fragen und Anregungen zur Verfügung und koordiniert die verschiedenen Aufgaben des Projekts.

Maria Leenen
Initiatorin des Projekts Deutschstunde.eu

Antorlina Mandal
Koordinatorin des Projekts Deutschstunde.eu

Sprachen kann man nicht kaufen – man muss sie lernen.

Das ist mühsam und erfordert viel Eigeninitiative, Ausdauer und Fleiß. Besonders dringend werden Sprachkenntnisse in einem fremden Land, denn die Voraussetzung für Teilhabe am täglichen Leben ist eine gemeinsame Sprache.

In Deutschland gibt es gegenwärtig sehr viele Neuankömmlinge, die noch kein Deutsch sprechen, die auf die staatlichen Integrationskurse warten oder gar nicht zugelassen werden. Andere suchen zusätzlich zu den Kursen nach Möglichkeiten, das Erlernte zu vertiefen und zu festigen – sei es in der Konversation oder durch Hilfestellungen bei den Hausaufgaben.

Sich nicht verstehen zu können – das grenzt aus, das erzeugt Missverständnisse und schürt Ängste auf beiden Seiten. Deshalb fasste ich im Herbst 2015 zusammen mit Freunden und Gleichgesinnten den Entschluss: Wir wollen mit den Neuen in Deutschland reden können, wir wollen uns verstehen, wir wollen miteinander scherzen können, aber auch miteinander diskutieren, wenn wir unterschiedlicher Meinung sind. Deshalb zielt unsere Unterstützung auf das Erlernen der deutschen Sprache.

Klar war schnell: Es fehlt ein Instrument, mit dem sich die vielen hilfsbereiten Ehrenamtlichen allerorts möglichst einfach und zielgerichtet mit Lernwilligen finden und verabreden können. So entstand unsere „Deutschstunde“. Mithilfe unserer Webplattform können in ganz Deutschland Lernwillige und ehrenamtliche Lehrer zueinander finden. Ob in kleinen Lerngruppen oder nur im 1:1- Austausch, ob mit der Bereitstellung eines Raums oder der Übernahme der Kinderbetreuung während des Unterrichts, jede Form der Unterstützung ist gut und hilfreich.